Die nächsten Feste
- Winternachtsopfer: Vollmond am 26. Oktober 2026 · mehr zum Fest
- Schlachtblót: Vollmond am 24. November 2026
- Mütternacht / Modranecht: Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2026
- Rauhnächte: 25. Dezember 2026 bis 5. Januar 2027 · mehr zum Fest
Die Termine gelten für Mitteleuropa (Referenzort 50° N, 10° O, Zeitzone Europe/Berlin). Sie folgen dem rekonstruierten Kalendermodell des Ártala nach Andreas Zautner. Ein Vollmond ist in ganz Mitteleuropa am selben Kalendertag; in anderen Zeitzonen kann er auf den Vortag oder Folgetag fallen. Die App berechnet die Termine für deinen eigenen Ort.
Germanische Feste 2026
| Fest | Termin | Regel | Quellen |
|---|---|---|---|
| Mittwinter / Altes Jól | So 01.02.3 Nächte: Sa 31.01. – Mo 02.02. | Mittwinterfest - Vollmond des Späten Julmonats | gesichert |
| Alte Fasnacht | Di 03.03.3 Nächte: Mo 02.03. – Mi 04.03. | Vollmond des Sprokelmondes - Reinigungsfest | teilbelegt |
| Disting | Do 02.04.3 Nächte: Mi 01.04. – Fr 03.04. | Vollmond des Erdmondes - Fest der erwachenden Erde | teilbelegt |
| Ostern | Fr 01.05.3 Nächte: Do 30.04. – Sa 02.05. | Vollmond des Ostermondes - Frühlingsopfer und Sumarmál | gesichert |
| Altes Mittsommeropfer | Mi 29.07.3 Nächte: Di 28.07. – Do 30.07. | Vollmond des Späten Lithemondes - Mittsommerfest | teilbelegt |
| Winternachtsopfer | Mo 26.10.3 Nächte: So 25.10. – Di 27.10. | Vollmond des Wintermondes - Beginn des Winterhalbjahres | gesichert |
| Schlachtblót | Di 24.11.3 Nächte: Mo 23.11. – Mi 25.11. | Vollmond des Blotmondes - Schlachtfest | spekulativ |
| Mütternacht / Modranecht | Nacht 24./25.12. | Heilige Nacht der Mütter an der beobachtbaren Wintersonnenwende | gesichert |
| Rauhnächte | Fr 25.12. – Di 05.01.2027 | Zwölf Nächte nach der Mütternacht | gesichert |
Germanische Feste 2027
| Fest | Termin | Regel | Quellen |
|---|---|---|---|
| Mittwinter / Altes Jól | Fr 22.01.3 Nächte: Do 21.01. – Sa 23.01. | Mittwinterfest - Vollmond des Späten Julmonats | gesichert |
| Alte Fasnacht | So 21.02.3 Nächte: Sa 20.02. – Mo 22.02. | Vollmond des Sprokelmondes - Reinigungsfest | teilbelegt |
| Disting | Mo 22.03.3 Nächte: So 21.03. – Di 23.03. | Vollmond des Erdmondes - Fest der erwachenden Erde | teilbelegt |
| Ostern | Mi 21.04.3 Nächte: Di 20.04. – Do 22.04. | Vollmond des Ostermondes - Frühlingsopfer und Sumarmál | gesichert |
| Altes Mittsommeropfer | So 18.07.3 Nächte: Sa 17.07. – Mo 19.07. | Vollmond des Späten Lithemondes - Mittsommerfest | teilbelegt |
| Winternachtsopfer | Fr 15.10.3 Nächte: Do 14.10. – Sa 16.10. | Vollmond des Wintermondes - Beginn des Winterhalbjahres | gesichert |
| Schlachtblót | So 14.11.3 Nächte: Sa 13.11. – Mo 15.11. | Vollmond des Blotmondes - Schlachtfest | spekulativ |
| Mütternacht / Modranecht | Nacht 24./25.12. | Heilige Nacht der Mütter an der beobachtbaren Wintersonnenwende | gesichert |
| Rauhnächte | Sa 25.12. – Mi 05.01.2028 | Zwölf Nächte nach der Mütternacht | gesichert |
Im Mondjahr 2028 schiebt der Kalender einen dreizehnten Monat ein, den Dritten Lithemond. Die Feste nach diesem Schaltmonat fallen dadurch rund einen Monat später, als sie es ohne ihn täten. Ohne Schaltmonat lägen sie Jahr für Jahr etwa elf Tage früher und wanderten durch alle Jahreszeiten.
Wie die Termine berechnet werden
Ein Mondmonat beginnt mit der ersten sichtbaren Sichel nach dem Neumond. Die Feste liegen am Vollmond eines bestimmten Monats: Jól am Vollmond des Späten Julmonds, Disting am Vollmond des Erdmonds, das Frühlingsfest am Vollmond des Ostermonds, die Winternächte am Vollmond des Wintermonds. Welcher Monat welcher ist, entscheidet die Wintersonnenwende: Der Späte Julmond beginnt mit der ersten Sichel nach der beobachtbaren Sonnenwende. Diese Zuordnung der Feste zu den Mondmonaten folgt der Rekonstruktion von Andreas Zautner (Der gebundene Mondkalender der Germanen, Kap. 10), die sich für Jól auf Andreas Nordberg stützt. Wie die Festtage um den Vollmond liegen, legt der Ártala selbst fest: Der Vollmondtag steht in der Mitte des Festes, der Tag davor und der Tag danach gehören dazu. Der Termin in der Tabelle ist der Kalendertag des astronomischen Vollmonds. Andere Kalender und gedruckte Tabellen können um ein bis zwei Tage abweichen, je nachdem, ob sie den astronomischen Vollmond oder einen gezählten Monatstag verwenden.
Zwei Termine hängen nicht am Mond. Die Mütternacht (modranecht) nennt Beda um 725 für die Nacht vor dem 25. Dezember; der Ártala setzt sie fest auf die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Mit ihr beginnen die zwölf Rauhnächte. Im Achtjahr, dem letzten Jahr des achtjährigen Schaltzyklus, dauert Jól neun statt drei Nächte. Wie Monatsbeginn, Schaltmonat und Achtjahr genau zusammenhängen, erklären der Artikel zum germanischen Mondkalender und der Beitrag zur Oktaeteris. Alle Neu- und Vollmonde stehen im Mondkalender 2026/2027.
Was belegt ist und was erschlossen
Die Spalte Quellenstatus zeigt, wie gut ein Fest überliefert ist. Sie trennt den Quellenbefund von der Deutung:
- Gesichert sind Jól, das Frühlingsfest, die Winternächte, die Mütternacht und die Rauhnächte. Für Jól berichten Beda, Snorri und Adam von Bremen; Beda nennt die modranecht und den Monat Winterfylleth.
- Teilbelegt sind Disting, die Alte Fasnacht und das Mittsommeropfer. Das Disting ist vor allem regional schwedisch und aus späteren Quellen bekannt. Das Wort miðsumarsblót steht nur ein einziges Mal bei Snorri.
- Spekulativ ist das Schlachtblót. Es ist aus Bedas Monatsnamen Blōtmōnaþ, „Opfermonat“, erschlossen; ein eigenes großes Fest dieses Namens ist nicht überliefert.
Die Vollmondtermine selbst sind astronomisch genau. Dass alle germanischen Gemeinschaften ihre Feste genau so datierten, behauptet der Ártala nicht: Die Überlieferung ist regional und lückenhaft, und das Kalendermodell ist eine Rekonstruktion.
Warum andere Kalender andere Daten nennen
Viele heutige Gruppen feiern zu festen Sonnendaten: Jul zur Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember, Mittsommer zur Sommersonnenwende. Das verbreitete Jahresrad mit acht Festen ist eine Zusammenstellung des 20. Jahrhunderts. Beides ist gelebte Praxis, aber keine Rekonstruktion des germanischen Mondkalenders. Der Ártala folgt dem Mond und nennt die Sonnendaten dort, wo sie für die Rechnung gebraucht werden, etwa bei der Wintersonnenwende.